Seifengeschichte

Seifengeschichte

 

Schon zu Zeiten der Sumerer (ab2800 v.Chr.) gab es erste Hinweise zur Seifenherstellung. Sie hatten Kenntnisse in Chemie und vermengten Pflanzenasche mit Ölen und schufen dadurch die Basis der heutigen Seifenrezeptur. Die Sumerer und später auch die Griechen und das ägyptische Volk benutzten die Substanz jedoch als Heilmittel für Verletzungen und übersahen die reinigende Wirkung der Seife.

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Vom römischen Arzt Galenus, 2. Jahrhundert nach Christus, stammt ein Rezept für "Sapo", einem Heil- und Reinigungsmittel, das aus Fett, Aschenlauge und Kalk hergestellt wurde. Den Galliern und Germanen war die Kunst des Seifenmachens bekannt. Sie verwendeten das Produkt jedoch nicht zum Waschen, sondern als "dekoratives Kosmetikum". Sie pomadisierten damit ihre Frisuren und gaben ihnen Halt. Die Römer, bereits recht sauberkeitsbewusst, ließen ihre wollene Toga in einer der damals sehr zahlreichen Fullonikas mit Urin reinigen und zahlten ihrem Kaiser Vespasian die vielleicht erste Luxussteuer. Obwohl sie die Herstellung der Seife von den Galliern und Germanen kannten, kamen sie erst 167 nach Christus auf die Idee, Seife auch als Waschmittel zu verwenden. Etwa im 7. Jahrhundert nach Christus dürften die Araber auf die Kaustizierung der Siedelauge mit Ätzkalk gestoßen sein. Damit war es möglich, feste und harte Seifen zu machen. Über die Araber kamen diese Erkenntnisse nach Spanien, wo sich bald die ersten Seifenhandelszentren entwickelten. Noch begehrenswerter war die Seife durch beigefügte Duftkomponenten und wurde somit zu einem luxuriösen Kosmetikum. In England und in den Niederlanden entwickelte sich sogar eine eigene Seifenindustrie.

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Im Mittelalter hüteten sich die Menschen vor Seife und Wasser. Denn es herrschte der Irrglaube, dass durch die "Saubermacher" die Krankheiten in den Körper gelangen. Dies verursachte jedoch das Gegenteil, sie wurden Opfer von Seuchen, wie z.B. Pest und Cholera. Auch in den gehobenen Kreisen, im Adel, wurde hauptsächlich der "Schein" gewahrt. Sie setzten auf Puder und Parfüm, anstatt auf Wasser und Seife. Diese Einstellung änderte sich erst im 19ten Jahrhundert.

 
   

Zur Zeit der französischen Revolution (1789) wurde das Baden wieder richtig "modern". Dank Napoleon, der immer peinlichst sauber war, verbesserte sich das allgemeine Hygieneverständnis. Die Seifensiedekunst erlebte einen neuerlichen Aufschwung.

 

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ckelte sich die Seifenindustrie sehr rasch, da König James I. den Seifenherstellern besondere Privilegien garantierte.
Zentren der Seifenherstellung waren die Mittelmeerländer. Besonders die Städte Alicante, Sevilla, Savona, Venedig und Genua. Erstmals finden sich in Seifenstücke eingeprägte Markenzeichen. In Mitteleuropa waren die Zentren Augsburg, Prag und Wien sehr bekannt.
Leider wurden diese wunderbaren Seifen mit dem Zuge der Industrialisierung durch "chemische Waschstücke" ersetzt und das natürliche Glycerin wurde entzogen.

Als das Duschgel den Markt überschwemmte, wurde die Seife schnell aus den Badezimmern entfernt und kaum ein Mensch weiß noch, wie sich eine handgesiedete Pflanzenölseife auf der Haut anfühlt und pflegt.